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Mit dem Verbrenner in die Werkstatt und mit dem E-Auto wieder raus! – Eine Woche E-Auto auf Werkstattkosten

14.7.2022

Von Agnes Hennecke

Es ist irgendwie wie damals mit dem Schwarz-Weiß-Fernseher, plötzlich hat jemand in deiner Straße den ersten. Da steht es dann, das E-Auto vom Nachbarn, natürlich mit Wallbox und macht dir ein schlechtes Gewissen, weil du noch mit dem alten Verbrenner fährst.

Der erste Kontakt

Da ich meinen geliebten Mercedes mit erheblichem Schaden eine Woche in die Kfz-Werkstatt meines Vertrauens geben musste und einen Ersatzwagen brauchte, bekam ich netterweise von meiner Kfz-Werkstatt eine Woche den BMW i3 (Reichweite zwischen 330 bis 359 km, 170 bis 184 PS). Die Bedienung des elektronischen Kfz ist einfach, aber nicht konform: Der Schlüssel wird in die Mittelkonsole gelegt, es gibt einen „Start“-Knopf, und gefühlt 100 Displays und Pieps-Geräusche. Wenn man, wie ich, einen alten Diesel fährt, ist man im ersten Moment etwas überfordert, zum einen wegen des Automatikgetriebes, und zu anderen, weil es kein, zumindest kein vertrautes, Motorengeräusch beim Start gibt. Wie gesagt, man muss sich an das leise Dahingleiten gewöhnen, aber nach 5 Minuten dachte ich mir – ist ja wie normales Fahren. Das Fahrgefühl ist klasse, die Lenkung knackig und das Gaspedal des BMW i3 reagiert sofort. Alles in allem war ich die Woche mit dem E-Vehikel echt zufrieden, wenn da nicht das eine oder andere wäre, was mich zum Nachdenken bringt.

Grün, grüner, emissionsfrei?

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Das E-Auto wird als „emissionsfrei“ bezeichnet, aber stimmt das denn wirklich? Es ist wie mit der Bio-Gurke im Plastikmantel, die erst nach Tagen aus Spanien im LKW bei uns im Supermarkt landet. Der Herstellungsprozess der Batterien, vor allem die Gewinnung der Rohstoffe dafür, ist alles andere als „emissionsfrei“. Angeblich gleicht das E-Auto während des Fahrbetriebs den hohen CO₂-Verbrauch vom Herstellungsprozess auf lange Sicht wieder aus. Verdient es daher trotzdem den Titel „emissionsfrei“? Ein E-Auto fährt eigentlich nur dann „emissionsfrei“, wenn der Strom aus Wind- oder Wasserkraft stammt oder bestenfalls aus der eigenen Solaranlage. Andernfalls könnte man hier wiederum fragen, ist die Wind- und Wasserkraft denn überhaupt „emissionsfrei“? Ja, bei diesem Thema kommt man schnell vom hundertsten ins tausendste.

Erleichterung für Umwelt und Geldbeutel?

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Die Bandbreite und somit auch die Kosten der E-Autos weitet sich immer weiter aus und somit auch die Preisspanne. Vergleicht man die Anschaffungskosten von Elektro zu Verbrenner, sind Elektroautos definitiv mit „teuer“ zu betiteln. Dennoch gibt es einige Modelle, die im Hinblick auf Steuer, Versicherung etc. die Kosten buchstäblich wieder reinfahren, weil sie auf den Kilometer gerechnet günstiger fahren.

Die Werkstattkosten sind angeblich auch um einiges geringer, da ein E-Auto weniger Verschleißteile mitbringt als unsere alten Verbrenner. Die Bezuschussung vom Staat ist auch nicht außer Acht zu lassen, wobei man sich hier wieder beeilen sollte, denn aktuell läuft die Bezuschussung nur noch bis dieses Jahr.

Wallbox oder Schnarchladung?

Die Lade-Apps versprechen mir eine fantastische Ladeinfrastruktur mit AC-Ladesäulen und/oder DC-Ladesäulen natürlich ganz in meiner Nähe. Denkste! Eine Schnelllade-Station entpuppt sich schnell als „normale“ Ladestation und man muss mit 2-3 Stunden laden rechnen. Für zusätzlichen Ärger sorgen die Ladestationen evtl. mit unterschiedlichen Steckertypen, Ladeanforderungen oder fremden Anschlüssen, wenn man sich doch über die Ortsgrenze traut und sich im Ausland aufhält. Man ladet also am besten zu Hause über die schnelle Wallbox, über die „normale“ langsame Steckdose oder während des Parkens an einer Ladesäule, wenn den eine frei ist. Auch ist es wohl gesünder für den Akku, wenn er langsam geladen wird, da das Schnellladen den Lithium-Ionen-Akkus schadet. Ein schnelles Laden ab und zu ist aber kein Problem.

Résumé

Nach wirklich sehr langem Überlegen haben wir uns zusammen als Familie dazu entschlossen einen E-Roller (Varaneo, 45 km/h und 60 km Reichweite) und ein E-Auto (smart EQ forfour, Reichweite bis zu 153 km, Ladezeit 40 min an der Schnellladesäule, Leistung max. 60kW, Batterie-Garantie, 8 Jahre) anzuschaffen und 1 bis 2 Verbrenner zu verkaufen. Fest steht, dass ich mich von meinem Mercedes (Baujahr: 2008) aber vorerst nicht trennen werde, weil wie gesagt er gerade aus der Werkstatt kommt und nach wie vor hervorragend läuft, gepflegt ist, enorm viel Platz bietet und die Sterne eben einen gewissen Komfort haben.

Ich bin gespannt wie lange wir Freude an unserem baldigen E-Smart haben werden, ich gebe ihm aber definitiv die Chance mich zu überzeugen.




Bildnachweise: Batterie Foto erstellt von frimufilms - de.freepik.com, Inspektion Foto erstellt von standret - de.freepik.com, Feld Foto erstellt von wirestock - de.freepik.com, Tinnakorn/AdobeStock

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